Spatenstich für neue Werkstätte für Menschen mit Behinderungen in Rosenheim.
München, 19. Februar 2021.

Spatenstich für neue Caritas-Werkstätte

Der offizielle Spatenstich für die neue Werkstätte der Caritas Wendelstein Werkstätten ist getan. "Einen großen Schritt in die Zukunft" nannte Thomas Schwarz, stellv. Diözesan-Caritasdirektor, die Großbaustelle. Bis zum Sommer 2023 werden im neuen Industriegebiet „Am Oberfeld“ südlich von Rosenheim 120 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und eine Förderstätte für 24 Menschen mit schwerst-mehrfachen Behinderungen entstehen.
Neubau vom Bezirk Oberbayern gefördert
"Der Bezirk Oberbayern fördert den Neubau, da er gute Rahmenbedingungen für Teilhabe und Inklusion schafft,“ erläuterte Josef Mederer, Bezirkstagspräsident von Oberbayern. „Mit einem differenzierten und breit angelegten Angebot an Arbeitsplätzen leisten die Wendelstein Werkstätten einen wertvollen Beitrag für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben.“ Weiter lobte er in seiner Rede die zeitgemäßen und ansprechenden Räumlichkeiten, die sich positiv auf das Arbeitsklima auswirken würden.
Architektenbüro aus Altötting und München
Das Bauvorhaben wurde als Wettbewerb ausgeschrieben. Die Architekten der Arbeitsgemeinschaft studio lot aus Altötting und opposite office aus München überzeugten mit ihrem Entwurf die Jury: Eine zentrale Dachterrasse, die über drei Innenhöfe mit dem Erdgeschoss in Sichtverbindung steht, ermöglicht eine helle und angenehme Atmosphäre, trotz der großen Gebäudemaße.
Gute Vernetzung
Im neuen Gebäude werden die Aktenvernichtung aus dem Standort in der Hochgernstraße Platz finden und eine technische Montagegruppe. Außerdem zieht die Fachabteilung PROFIL für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen ins neue Werk und findet dort mit 36 Arbeitsplätzen und zusätzlichen sechs Plätzen im Berufsbildungsbereich ganz neue Möglichkeiten, die weiteren Bedarfe zu sichern. Eine neue Hauswirtschaftsgruppe wird sich um die Reinigung des Gebäudes und die Versorgung in der Ausgabeküche kümmern. Noch dazu kommt eine Arbeitsgruppe Logistik, die für den Wareneingang, den Versand und für das Zentrallager im Untergeschoss zuständig sein wird. Der Vorrichtungsbau, als zentraler Dienst für alle Standorte, wird ebenfalls Platz finden. Aufgrund der verkehrstechnisch guten Lage wird die zentrale Verwaltung auch dort angesiedelt, zusammen mit neuen Schulungs- und Besprechungsräumen, die werksübergreifend genutzt werden.
Danke an die Politik

Klaus Stöttner, Mitglied des Landtags, wünschte allen Beteiligten viel Glück, einen unfallfreien Bauverlauf und ein Wiedersehen zur Einweihung – dann ohne Maske. „Wichtig ist, dass man in der Pandemie nicht vergisst, wer alles Hilfe braucht,“ mahnte er an. Von Martin Zoßeder, Einrichtungsleiter der Wendelstein Werkstätten, wurde das Engagement Stöttners und sein persönlicher Einsatz für das Großprojekt ganz besonders herausgestellt und gewürdigt. Zoßeders Dank galt auch allen Beschäftigten und Mitarbeitenden, die nach der Schließung des Werks Mitterfeld im Jahr 2014 bis heute eine großartige Kompensation geleistet hätten und sich nun auf die Eröffnung freuen könnten.
Vier Standorte in Zukunft
Mit der neuen Betriebsstätte „Am Oberfeld“ verfügen die Wendelstein Werkstätten wieder über vier Standorte. Aus baustatischen und Brandschutzgründen musste 2014 das Werk „Mitterfeld“ in Rosenheim geschlossen werden. Alle Beschäftigten wurden damals auf die bestehenden Standorte aufgeteilt, so dass es zu einer Überbelegung in einzelnen Werken kam. Außerdem verzeichnen die Wendelstein Werkstätten besonders im Bereich der Betreuung von Menschen mit schwersten Behinderungen eine große Nachfrage. Auch für Beschäftigungsplätze für Menschen nach Unfällen oder anderen Hirnverletzungen besteht Bedarf. Die Erweiterung sichert den betroffenen Menschen zum einen eine gezielte fachliche Betreuung auch in der Zukunft und zum anderen neue, interessante Arbeitsfelder. Auch werden sich die Wendelstein Werkstätten mit ihrem vielfältigen Dienstleistungsbereich für die regionale Wirtschaft noch moderner und kundenorientierter ausrichten können.
Meilenstein der Verbesserung
Landrat Otto Lederer nannte das Projekt einen Meilenstein für die Verbesserung der Situation behinderter Menschen. „Jeder Mensch, der Arbeit verrichtet, bekommt Selbstbestätigung“, erläuterte Oberbürgermeister Andreas März. „Um die Erwerbstätigkeit für Menschen mit Behinderungen zu sichern ist dieses neue Werk, für das wir heute den Baubeginn setzen, ein Zeichen.