Gabriele Stark-Angermeier
Gabriele Stark-Angermeier
München, 23. Februar 2021.

Caritas drängt auf mehr soziales Leben in Altenheimen

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising drängt die Bayerische Staatsregierung, Lockerungen für Bewohner und Mitarbeitende in Altenheimen zu ermöglichen und positive Impulse zu setzen. „Nachdem in immer mehr Altenheimen die ersten und auch zweiten Impfdurchgänge durchgeführt wurden, erwarten die Bewohner und Mitarbeitenden zu Recht Erleichterungen und mehr normales soziales Leben für ihren Alltag in den Häusern“, erklärt die stellvertretende Caritas-Direktorin Gabriele Stark-Angermeier. Dazu gehörten mehr Besuchsmöglichkeiten für Angehörige und Freunde oder auch gemeinsame Mahlzeiten und Gottesdienste. „Die Politik muss jetzt auch mal auf der konstruktiven Seite liefern“, fordert die 59-jährige Caritas-Vorständin auch angesichts der fallenden Inzidenzwerte in München und Oberbayern. Selbstverständlich müssten mögliche Risiken von Mutationen beobachtet werden: „Aber lieber führen wir kurzfristig wieder strengere Maßnahmen durch, als jetzt noch länger die Lockerungen hinauszuziehen.“

Nachhaltige Impf-Strategie nötig
Wichtig sei vor allem die Sicherstellung eines dauerhaften Impf-Angebots für die Altenheime, fordert Stark-Angermeier und erläutert: „Neu einziehende Bewohnerinnen und Bewohner, neu eingestellte Mitarbeitende sowie Bewohner und Mitarbeiter, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben oder sich erst später für eine Impfung entscheiden, müssen zeitnah im laufenden Betrieb geimpft werden können. Für Bewohner muss ein Impfangebot im Haus ermöglicht werden“, verlangt die Caritas-Vorständin. Auch die Geschäftsleiterin der 27 Caritas-Altenheime in München und Oberbayern Doris Schneider drängt auf eine nachhaltige Impfstrategie, um die Impfquote hoch zu halten. „Gut 90 Prozent unserer Bewohner/-innen sind aktuell geimpft. Damit ist das Schutzziel für die Senioren und Seniorinnen in den Caritas-Altenheimen derzeit weitgehend erreicht“, betont Schneider. Bei den Mitarbeitenden liege die Impfquote bei gut 50 Prozent: „Tendenz steigend.“

Chefin der Caritas-Altenheime erwartet Lockerungen 
Eine hohe Impfquote und ein nachhaltiges Impf-Angebot vorausgesetzt, fordert die Chefin der Caritas-Altenheime Schneider daher im Einzelnen:
- die Abstandsregelung im Altenheim aufzuheben,
- für die Besucher/-innen die Maskenpflicht auf dem Zimmer der Angehörigen sowie die Testpflicht zu lockern,
- die Anzahl der Besuchsmöglichkeiten zu erhöhen,
- Quarantänemaßnahmen differenzierter festzulegen, um eine soziale Isolation der Bewohner/ -innen zu vermeiden.
- die Pflicht für das Tragen von FFP2-Masken differenzierter zu regeln und nach Möglichkeit zu minimieren,
- die Testpflicht von Mitarbeitenden zu reduzieren, gestuft nach geimpften und nicht geimpften Mitarbeitern,
- den Zutritt externer Organisationen auszuweiten, um etwa Musikvereine oder Kindergartengruppen wieder einladen zu können.
 
Aktuelle Forderung der Vize-Direktorin
„Für Altenheime mit hoher Impfquote muss es nun Erleichterungen geben und sie sind vertretbar“, verlangt Stark-Angermeier abschließend. „Nach einem Jahr Dauerkrise und Isolation wünschen sich die Seniorinnen und Senioren nichts sehnlicher als ein wenig mehr Normalität.“ (beb)