Eine Pflegerin (rechts) mit Maske kümmert sich um eine Seniorin mit Maske (links).
München, 4. Mai 2021.

Keine Ungleichbehandlung der Altenheime!

Mit Unverständnis reagiert der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising auf die neuesten Äußerungen von Bayerns Regierungschef Markus Söder: „Warum werden Altenheim-Bewohner/-innen bei den heute von Ministerpräsident Söder angekündigten Erleichterungen für geimpfte Menschen erneut ausgespart?“, fragt Doris Schneider, Geschäftsleiterin der 27 Caritas-Altenheime in München und Oberbayern. Bayern werde bereits von diesem Donnerstag an die von Covid-19 genesenen und die gegen das Virus geimpften Menschen vollständig mit negativ Getesteten gleichstellen und ihnen weitere Lockerungen zuerkennen.

Sofortige Freiheitsrechte in den Altenheimen
„Wir fordern die Staatsregierung erneut auf, die restriktiven Vorgaben auch für die Alten- und Pflegeheime aufzuheben und den Menschen dort ihre Freiheitsrechte wieder uneingeschränkt zurückzugeben“, erklärt Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. „Warum sollen sich zweifach geimpfte Besucher oder Mitarbeitende noch testen lassen oder eine FFP-2-Maske aufsetzen, wenn sie auf zweifach geimpfte Bewohner treffen?“, will Stark-Angermeier wissen. Hier müsse Söder dringend nachbessern und deutlich machen, was er sich vorstellt, verlangen Stark-Angermeier und Schneider mit Hinweis auf die alten Menschen, die ihre letzte, oftmals sehr kurze Lebensphase nicht weiter so isoliert verbringen dürften. „Die Staatsregierung muss diese Zwei-Klassen-Mentalität endlich beenden und allen zweifach geimpften Menschen ihre Grundrechte zurückgeben, unabhängig davon, ob sie in den eigenen vier Wänden, im Altenheim oder in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung wohnen.“

Mehr Lebensqualität und Lebensfreude
„In der jetzigen Lage mit hoch immunisierten Häusern ist es gut zu verantworten, Bewohnern, Beschäftigten und Besuchern die gleichen Rechte zurückzugeben, wie sie Söder nun geimpften und getesteten Menschen außerhalb der Altenheime zugesteht“, erläutert Doris Schneider. Und es gäbe den Bewohnern wieder mehr Lebensqualität und Lebensfreude zurück. Bei einem wieder ansteigenden Infektionsrisiko durch Mutationen könne vor Ort sehr schnell reagiert und alles wieder umgestellt werden, beruhigt Doris Schneider. „Die Flexibilität der Einrichtungen ist in den letzten Monaten überzeugend unter Beweis gestellt worden.“