Schülerinnen und Schüler brauchen in der Corona-Krise Unterstützung.
Schülerinnen und Schüler brauchen in der Corona-Krise Unterstützung.
München, 17. Mai 2021.

Bildungskickstart für Kinder und Jugendliche

Insbesondere Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Förderbedarf und deren Familien brauchen in Pandemiezeiten Stärkung und eine über ein Online-Format hinausgehende persönliche Begleitung. Das Sozialreferat finanziert deshalb ein neues Pilotprojekt, das gemeinsam mit den Freiwilligen-Zentren München der Caritas, den Sonderpädagogischen Förderzentren West und Süd-Ost, der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern, den BildungsLokalen Neuaubing-Westkreuz und Neuperlach sowie REGSAM entwickelt wurde. Geschulte Freiwillige leisten eine individuelle Unterstützung die sich nach den Bedarfen der Kinder, Jugendlichen richtet. Die Freiwilligen werden dabei von Fachkräften vor Ort unterstützt und begleitet.

Kinder sind besonders gefordert
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Diese Pandemie verlangt insbesondere Kindern und Jugendlichen enorm viel ab. Viele drohen durch Schulschließungen und Wechselunterricht, den Anschluss zu verlieren. Dieses Projekt soll helfen, die Folgen dieser Maßnahmen abzumildern. Die Kinder und Jugendlichen sollen sich verstanden fühlen mit ihren Nöten, Ängsten und Sorgen, sich wertgeschätzt und ernst genommen erleben. Sie sollen das Projekt als einen Ort erfahren, an dem sie sowohl die schulischen Lücken mit intensiver Unterstützung eines Erwachsenen möglichst schließen können, aber auch in ungezwungener Atmosphäre spielen, sporteln und kreativ sein können, gut betreut und vertrauensvoll begleitet".  Bei einer Einzelunterstützung kann auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden.

Caritas-Freiwilligenzentren wirken mit
Anna Schwab von den Freiwilligen-Zentren München der Caritas: „Die Lernentwicklung der Kinder ist verlangsamt, die Lernzeiten sind verkürzt und eine Stunde Zoom-Konferenz am Küchentisch ersetzt eben nicht den Unterricht vor Ort und die Interaktion mit Lehrer*innen und Mitschüler*innen. Lernen war noch nie so divers wie in der Zeit der Pandemie: Einige erhalten und bewältigen täglich ihre Aufgaben, anderen gelingt das mehr oder weniger gut und manche tun gar nichts für die Schule. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie vielfältig“.

Kooperation mit anderen Akteuren

Kinder und Jugendliche die oft auch zuhause nicht den Raum oder die notwendige Ruhe haben, können Räume der Förderzentren oder kostengünstig zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten der Münchner Hotellerie und Gastronomie nutzen, die auch entsprechend technisch z.B. auch mit Wlan ausgestattet sind. Die Kreisstelle München des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern vereint über 1.200 Hotel- und Gastronomiebetriebe in der LH München und im Landkreis.

Schule im Hotel
Daniela Ziegler, Kreisgeschäftsführerin der Kreisstelle München: „Bereits seit Anfang des Jahres arbeiten wir an dem Projekt “Schule im Hotel” in München und ermöglichen Schüler*innen der Abschlussklassen gemeinsam für die Prüfungen zu lernen. Alle unsere Mitglieder sind von der Pandemie betroffen und können kaum als Gastgeber*innen tätig sein. Insbesondere unsere Tagungshoteliers haben die Raumkapazitäten frei, um Schüler*innen Raum zum Lernen geben und für kreative Freizeitangebote zu nutzen. Sehr gern sind wir mit der Stadt in den Dialog getreten und unterstützen tatkräftig diese Initiative, um Kindern und deren Eltern solidarisch, praktisch zu helfen. Wir freuen uns sehr, dass Herr Stephan Seubert, Cluster General Manager vom Mercure Hotel München Neuperlach Süd, sofort begeistert von der Idee war und seine Unterstützung für das Bildungsprojekt zugesagt hat.“

Noch Schulen und Freiwillige gesucht!
Für das Projekt werden weiterhin Freiwillige gesucht, die sich Montag und Mittwoch zwischen 14 und 16 Uhr in Freiham und Dienstag und Donnerstag zwischen 14 und 16 Uhr in Neuperlach beteiligen wollen. Interessierte sollten volljährig sein und bereit, sich einmal pro Woche für einige Stunden freiwillig zu engagieren. Wichtig sind  Geduld, Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit. Gute digitale Kenntnisse sind natürlich von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung . Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis muss vorliegen bzw. kann vor Aufnahme der Tätigkeit für die Freiwilligen durch die Projektleitung beantragt werden. Die Freiwilligen werden während des rund dreimonatigen Projekts professionell geschult, beraten und begleitet.
Kontaktdaten: fwz-sued@caritasmuenchen.de  Tel: 0151 729 192 90