Caritas-Vorstand Thomas Schwarz
Caritas-Vorstand Thomas Schwarz
München, 28. Mai 2021

Caritas kritisiert langsame Bürokratie


Der stellvertretende Diözesan-Caritasdirektor Thomas Schwarz richtet sich mit einem dringenden Appell an die Regierung von Oberbayern: „Wir setzen weiter auf eine zuverlässige Zusammenarbeit mit den Behörden, brauchen aber unbedingt mehr Tempo bei den Rückerstattungen von Arbeitgeberaufwendungen für Mitarbeitende, die wegen der Corona-Pandemie ausgefallen sind. Allein von März bis Dezember 2020 sind wir bereits mit weit über 400.000 Euro in Vorleistung gegangen, um Verdienstausfälle für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wegen einer möglichen Corona-Erkrankung oder als Kontaktpersonen nach dem Infektionsschutzgesetz in Quarantäne gehen mussten, abzufedern. Für einen Wohlfahrtsverband, der nicht gewinnorientiert arbeitet, ist es nicht zumutbar diese hohen Summen zur Erstattung der Entschädigungsleistungen an Mitarbeitende in Höhe des ausgefallenen Nettoentgelts vorzustrecken.“ Eine Beschleunigung der Erstattungen für ausgefallenes Personal nach dem Infektionsschutzgesetz sei jetzt zwingend notwendig!

Verbesserungsbedarfe bei den Behörden

Bei der zügigen Antragsbearbeitung und Bewilligung gebe es leider erheblichen Verbesserungsbedarf. Von März bis September 2020 habe der Diözesan-Caritasverband zum Beispiel 203 Fälle mit einem Volumen von ca. 192.000 Euro beantragt, von denen bis heute nur höchstens 15 in Höhe von rund 10.000 Euro erstattet worden seien, moniert Schwarz, der bis dato auf insgesamt knapp 1200 Fälle hinweist, für die aber aktuell noch nicht alle Anträge gestellt worden seien. „Wir sorgen für eine gut funktionierende soziale Infrastruktur in München und Oberbayern und für gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Sozialverbände, die subsidiär staatliche Aufgaben ausübten, dürften durch stockende bürokratische Vorgänge nicht ausgebremst werden.
 
Rettungsschirm bis mindestens Ende September 2021
Schwarz, der im Vorstand für Wirtschaft, Behindertenhilfe und Bildung zuständig ist, fordert zudem eine temporäre Verlängerung des Corona-Rettungsschirms für die Sozialwirtschaft bis mindestens Ende September 2021. „Als Caritas-Träger- und Spitzenverband brauchen wir wirtschaftliche Planbarkeit sowie belastbare und klare Aussagen der zuständigen politischen Ebenen.“  Auch aus den angeschlossenen katholischen Fachverbänden kommt Zustimmung. Der Landes- und Diözesangeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes Christoph Friedrich erklärt: „Auch wir würden die Verlängerung des Rettungsschirmes bis Ende September begrüßen. Corona hat bei uns zu massiven Ausfällen in zahlreichen Diensten, wie zum Beispiel den Fahrdiensten für Menschen mit Behinderung oder bei der Begleitung von Menschen mit demenzieller Erkrankung gesorgt. Zwar konnten wir vielerorts die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in anderen Diensten, wie beispielsweise den Corona-Testzentren, beschäftigen, der Rettungsschirm gibt uns aber die Möglichkeit, dass wir wieder für die Menschen in den verschiedensten Notlagen da sein können.“ (mmr)