Verleihung des Medienpreises 2021: Alle Mitwirkenden und Gäste waren geimpft, genesen oder getestet.
Verleihung des Medienpreises 2021: Alle Mitwirkenden und Gäste waren geimpft, genesen oder getestet.
München, 22. September 2021.

Münchner Sozialcourage Medienpreis 2021

Zum siebten Mal hat der Diözesan-Caritasverband den „Münchner Sozialcourage Medienpreis“ verliehen – Corona-bedingt gestern Abend bereits zum zweiten Mal in einem kleineren Rahmen. Es gab vier Auszeichnungen in den Kategorien Print, Fernsehen, Hörfunk und online. Zudem einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro. Die Caritas-Vorstände Gabriele Stark-Angermeier und Thomas Schwarz begrüßten die Preisträger/-innen und überreichten die mit jeweils 1.000 Euro dotierten Urkunden und Pokale. Bettina Bäumlisberger, Pressesprecherin des Verbands, ermutigte zu einem qualitäts- und werteorientierten Journalismus über soziale Themen. Der Begriff „Sozialcourage“ bezeichne in der Caritas das entschiedene Eintreten und oft auch mutige Engagement für Menschen am Rande der Gesellschaft. Er sei auch der Titel des bundesweiten Caritas-Magazins, in dem Berichte, Interviews und Reportagen zu sozialen und sozialpolitischen Themen zu lesen seien. Insgesamt wurden in diesem Jahr fast 40 Beiträge eingereicht.

Fernsehpreis für das ZDF
Die Auszeichnung in der Kategorie Fernsehen erhielt Sibylle Bassler vom ZDF für ihre Reportage „Heldin im Corona-Alltag“. „Wichtig und wertvoll sind journalistische Beiträge wie jener von Sibylle Bassler, zeigt er doch in emotional anrührenden Bildern und Interviews, wie sehr das Corona-Virus den Alltag in einem Altenheim auf den Kopf stellt und Bewohner/-innen wie Beschäftigte spürbar belastet, einschränkt und verunsichert. Behutsam befragt Sibylle Bassler die Protagonistinnen, lässt sie ausführlich zu Wort kommen. Das macht die Kurzreportage so authentisch. Der Film gibt der Erschöpfung, dem Leid, den Schicksalen Gesicht und Namen. Wir wünschen uns weiterhin mitfühlende Beiträge wie diesen, die den Alltag und auch die Not der systemrelevanten Berufe so trefflich beschreiben. Für uns ist das Journalismus, der eine Auszeichnung verdient“, wertschätzte Vorständin Stark-Angermeier.

Print-Auszeichnung für DIE ZEIT
In der Kategorie Print wurde bereits zum zweiten Mal Autor Björn Stephan ausgezeichnet. Heuer für seine Tagebuch-Reportage „Er schlägt sie. Sie bleibt bei ihm“. Jury-Mitglied und Laudator Pater Alfons Friedrich, Leiter der Don Bosco Medien GmbH, erklärte in seiner Würdigung: „Björn Stephan hat sich in einem Beitrag für DIE ZEIT aufgemacht, uns in eine Lebensgeschichte mitzunehmen, die ein schwerwiegendes Thema konkret werden lässt. Es ist eine Geschichte vom großen Glück, einen Partner und eine Partnerin gefunden zu haben, vom gemeinsamen ersten Kind, von ansteigender Aggression, von Schuld und Schuldzuweisung, von Gewalt und Schweigen. Björn Stephan lässt dabei beide Protagonisten zu Worte kommen, dokumentiert wie in Sozialprotokollen die Aussagen und Erklärungen, die Schuldeingeständnisse und die Reaktionen. Björn Stephan gibt mit diesem Beitrag einen Einblick in eine laufende Geschichte, deren Ende offen ist – das macht diesen Artikel so spannend! Er baut immer wieder Hintergrundinformationen und Erklärungen ein – das macht diesen Artikel so interessant! Er lässt die Protagonisten durchgehend zu Wort kommen, ohne zu urteilen – das macht diesen Artikel so authentisch!“

Online-Preis an BR PULS

Die Auszeichnung in der Kategorie Online ging an das BR PULS Reportage-Team (Miriam Harner, Jasmin Körber, Katja Engelhard, Claudia Gerauer und Sebastian Meinberg) für „Sexuelle Belästigung auf der Straße: Was kann man gegen Catcalling tun?“. Bernhard Remmers, Journalistischer Direktor des ifp – die katholische Journalistenschule, würdigte den interaktiven Beitrag in seiner Laudatio mit den Worten: „Er nutzt gekonnt die Möglichkeiten der digitalen Medien, er klärt auf über das erschreckende Ausmaß verbaler sexueller Belästigung auf der Straße, er bezieht junge Leute über die Sozialen Medien mit ein und greift deren persönliche Erfahrungen auf, setzt diese szenisch um und schafft so wieder im Netz Gelegenheit zum Gespräch. Und ganz wichtig: Dieser auch handwerklich gut gemachte Beitrag macht den jungen Leuten Mut, sich solche Belästigungen nicht gefallen zu lassen, sich Hilfe zu holen. Und uns als möglichen Beobachtern gibt der Beitrag den ganz wichtigen Auftrag, uns einzumischen. Zeigen wir Zivilcourage gegen sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum!“

Hörfunk-Auszeichnung geht an B5

Mit einem Videogruß vom Deutschen Caritasverband aus Freiburg laudatierte Gertrud Rogg, Chefredakteurin des Magazins „Sozialcourage“, die Kategorie Hörfunk, den BR-Beitrag „Rechte Hetze in Klassenchats“ von Beate Greindl auf B5: „In einer ambitionierten Sozialreportage lässt sie den Rektor sowie Schüler/-innen zu Wort kommen und berichtet von den Beobachtungen der Beratungs- und Anlaufstellen für Extremismus. Sie hat aber nicht nur das Problem aufgezeigt, sondern berichtet auch von den Wegen, die am Max-Mannheimer-Gymnasium gegangen werden, um aufzuklären und die Zivilcourage unter Schülern, Eltern und Lehrern zu stärken. Die Jury des Sozialcourage-Journalistenpreises hat befunden, dass hier Mut und Haltung zu würdigen sind: und zwar der Mut und die Haltung der Grafinger Schule sowie der Mut und die Haltung der Journalistin Beate Greindl.“

Sonderpreis für 89-Jährige beim Münchner Merkur
Über den Print-Sonderpreis für ihre Serie „Post aus dem Seniorenheim“ im Münchner Merkur freute sich die 89-jährige Ingeborg Glupp. „Nach einem Porträt und Interview im Münchner Merkur legte die frühere Reporterin Glupp mit ihrer wöchentlichen Serie Ende Dezember vorigen Jahres los. Seither berichtet sie über die kleinen und großen Ereignisse im Haarer Altenheim Maria-Stadler-Haus in Zeiten des Corona-Virus: Und zwar ebenso informativ wie sensibel und humorvoll. In lebendigem Stil erzählt Glupp locker flockig, frank und frei vom Alltag im Seniorenheim. Die Reporterin berichtet als Augenzeugin und Betroffene. In ihren Texten zeigt die Seniorin außerordentlichen Elan und meistens viel Lebensfreude! Manchmal aber offenbart sie ohne Pathos und ohne Kitsch die schweren Seiten des Lebens der Heimbewohnerinnen und -bewohner in der Pandemie. Mit Wortwitz und der einen oder anderen Wortkreation unterhält sie ihre Leserschaft. Für mich sind Sie, liebe Ingeborg Glupp, eine wirklich verehrungswürdige Kollegin und Autorin. Charmant, klug, unterhaltsam und ansteckend heiter“, so Pressesprecherin Bäumlisberger in der Laudatio. (mmr)