Startschuss für #pflegemitzukunft. Mit dabei Altenheimgeschäftsleiterin Doris Schneider (2.v.r.).
Startschuss für #pflegemitzukunft. Mit dabei Altenheimgeschäftsleiterin Doris Schneider (2.v.r.).
11. Mai 2022.

Kampagnen-Start: #pflegemitzukunft

Die Weichen für eine zukunftsfeste und nachhaltig bessere Pflege müssen endlich gestellt werden. Das verlangte die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (ARGE Freie) auf einer Pressekonferenz anlässlich des Internationalen Tages der Pflege, auf der elf Forderungen und Visionen für  eine „Pflege mit Zukunft!“ vorgestellt wurden. Unter dem Hashtag #pflegemitzukunft fährt die ARGE Freie München die nächsten zwölf Monate eine entsprechende Jahreskampagne. Die Verbesserung der Pflegesituation und die Sicherstellung menschenwürdiger Pflege zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Sozialverbände sehen sich daher in der Pflicht, auf Erleichterungen und Reformen in der Pflege hinzuwirken. 

Wertschätzung durch mehr Aufmerksamkeit
„Pflege ist mehr wert“ fordert Hans Kopp, Geschäftsführer der AWO München-Stadt, „wir müssen unsere Wertschätzung anders zeigen als in Einmal-Bonis, wenn’s brennt. Die Politik ist gefordert die  Grundlagen für eine bessere Pflege zu erarbeiten und die Gesellschaft muss dem mehr Aufmerksamkeit zollen.“ 

Wochenstunden zur Entlastung reduzieren
Marion Ivakko, stellvertretende Geschäftsführerin des BRK Kreisverbands München, weist auf den  Personalmangel in der Pflege hin. In Zukunft werde außerdem der Bedarf an gut ausgebildetem Personal enorm wachsen. Um Menschen für diesen Beruf gewinnen zu können, müsse unter anderem 
auch die Beanspruchung hinterfragt werden. Eine Reduzierung der Arbeitszeit auf eine 35-Stunden-Woche könnte die psychische und physische Belastung reduzieren und den Beruf attraktiver machen. Auch Dirk Spohd, Geschäftsführer Hilfe im Alter gGmbH, Bezirksstelle Diakonie München und  Oberbayern, kann sich eine reduzierte Arbeitszeit vorstellen, allerdings müsse dies finanziert sein und dürfe nicht von der pflegebedürftigen Person oder den Angehörigen getragen werden. 

Pflegeversicherung deckelt kosten nicht
„Das Armutsrisiko in der Pflege muss beendet werden“, so Grit Schneider, stellvertretende Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbands, Bezirksverband Oberbayern. Die Finanzierung der Pflegeversicherung sei angesichts der steigenden Ausgaben und insbesondere durch die Finanzwirkung der letzten Pflegereform nicht gesichert. 

Bürokratismus abbauen!
Doris Schneider, Geschäftsleiterin Altenheime des Caritasverbands der Erzdiözese München und  Freising e.V., monierte einen wachsenden Bürokratismus. Sich ständig ändernde Vorgaben würden so einen großen Anteil der Arbeitszeit binden, die für die Pflege und Versorgung der Menschen so dringend gebraucht werde und zu einer hohen Frustration bei den Verantwortlichen vor Ort führen. 

Jeden Monat eine Forderung
Im Laufe des Jahres werden die sechs Münchner Sozialverbände immer wieder eine Forderung aus ihrem Katalog heraus aufgreifen und die Bedarfe und Lösungswege tiefgehender erläutern. Ziel ist es, das Augenmerk auf alle an der Pflege Beteiligten zu richten und die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen. Denn eine Pflege mit Zukunft betrifft uns alle! (ARGE Freie/AWO München)