Der Vorstand des Diözesan-Caritasverbands mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek.
Der Vorstand des Diözesan-Caritasverbands mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek.
München, 25. September 2022.

Buntes Fest: 100 Jahre Nächstenliebe

Das bunte Rahmenprogramm bot einen feierlichen Gottesdienst, Ausstellungen, Kabarett, Podiumsdiskussion und einen „Walk & Talk“-Rundgang, auf dem Vorstand und Mitarbeitende den Gästen die vielfachen Aufgabengebiete der Caritas anschaulich vorstellten. Den Festakt moderierte Ursula Heller. 

Feierlicher Gottesdienst mit Münchens Erzbischof
Reinhard Kardinal Marx bedankte sich am Vormittag beim Gottesdienst in der Pfarrkirche Christkönig in Rosenheim bei der Caritas-Familie. „100 Jahre ist auch ein Auftrag. Daher ein herzliches Vergelt`s Gott an alle Haupt- und Ehrenamtlichen. Die Leidenden und Armen gehören in die Mitte der Kirche. So handeln wir. Es gibt keine Kirche ohne Caritas.“  

Caritas-Familie trägt den Verband
Caritasdirektor Prof. Dr. Hermann Sollfrank ließ sich trotz des kriminellen Cyberangriffs auf den Verband in seiner Feierlaune nicht bremsen. „100 Jahre DiCV – das löst viele Gefühle aus. Stolz und Dankbarkeit auf der einen Seite. Weil wir so vielen Menschen helfen können. Und weil wir großartige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende haben, die es uns ermöglichen, unser Versprechen ‚Nah. Am Nächsten‘ einzulösen: Die Caritas-Familie trägt den Verband! Aber es gibt auch diese andere Seite. Wohnungsnot. Inflation und Armut. Zukunftsangst. Hunger. Die Folgen des Krieges. Mit diesen Worten lassen sich die Umstände beschreiben, die vor 100 Jahren zur Gründung des Verbands geführt haben. Und es lässt uns nicht unberührt, dass diese heute aktueller denn je sind. 

Politprogramm mit Ulrike Scharf und Klaus Holetschek
 
Bayerns Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, überbrachte persönlich ihre Glückwünsche: „Es ist ein Segen, dass es die Caritas gibt, die sich täglich um Menschen in Not kümmert. Es finden beinahe täglich Begegnungen zwischen dem Verband und dem Sozialministerium statt. Ich schätze Professionalität sowie Liebe und Hingabe, die im Diözesan-Caritasverband gelebt werden.“ 

Podiumsrunde: Armut, Inflation, Fachkräftemangel 
Eine sozialpolitische Talkrunde befasste sich am Nachmittag mit brennenden Themen wie Armutsbekämpfung, galoppierender Inflation, rasant steigenden Energiepreisen und Fachkräftemangel in sozialen und Gesundheitsberufen. Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, gratulierte der Caritas München-Freising: „Seit 100 Jahren leistet die Caritas München-Freising sehr wichtige Arbeit für die Menschen vor Ort. Für Junge und Alte, Familien oder Alleinstehende, Kranke und Pflegebedürftige. Damit setzt die Caritas Nächstenliebe ganz praktisch um, denn sie hilft, wo es nötig ist. Das gilt auch für die Pflege, denn gerade da braucht es tatkräftige Menschen. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas, die großartige Arbeit leisten – jeden Tag, seit 100 Jahren.“ 

Soziale Infrastruktur muss erhalten bleiben
Doris Rauscher, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie des Bayerischen Landtags, erinnerte sich an ihre Ausbildung zur Erzieherin an der Caritas Fachakademie in München. „Menschlich offen, politisch hart. Das schätze ich an der Caritas. Ohne Caritas und die anderen Spitzenverbände gäbe es keine Sozialpolitik in München." Josef Mederer, Bezirkstagspräsident Oberbayern und zuständig für Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, wertschätzte: „Caritas und Bezirk sind eine Familie. Wir haben einen gemeinsamen Auftrag: Menschen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können. Ich sag es mal launig: Die Caritas ist mir lieb, aber auch teuer.“ 

Es werden noch mehr Flüchtlinge kommen
Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, warnte vor einer neuen großen Flüchtlingswelle aus der Ukraine im Winter: „Wir müssen dringend improvisieren und die Geflüchteten wieder in Unterkünften und Turnhallen unterbringen. Wir streuen uns Sand in die Augen, wenn wir meinen, dass viele Geflüchtete aus der Ukraine schnell wieder zurück nach Hause gehen.“ 

Kultur mit Herlinde Koelbl und Christian Springer  
Auf dem Festprogramm stand auch eine Fotoausstellung der renommierten Fotokünstlerin Herlinde Koelbl, die ebenfalls persönlich in Rosenheim dabei war. „Auf Augenhöhe. Caritas für Menschen – Menschen für Caritas“ zeigt 29 großformatige Porträtfotos von Caritas-Klienten/-innen sowie haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Mit allen Frauen, Männern und Kindern hat die Starfotografin gesprochen und sie interviewt. Der Jüngste war ein Jahr, die Älteste 90 Jahre alt. „Nahe sind mir die Schicksale der Menschen gegangen. Ich habe immer versucht, Augenhöhe und Zuwendung herzustellen. Organisationen wie die Caritas sind in unserer Gesellschaft extrem wichtig. Ich zeige die Gesichter dahinter – von Menschen, die helfen und von Menschen, denen geholfen wird.“ Die Koelbl-Porträts werden im Anschluss in der Caritas-Zentrale in München prominent ausgestellt. „Orienthelfer“ Christian Springer, Kabarettist und Träger der Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Gold für sein Engagement in der Flüchtlingshilfe in Syrien, hat das bunte Rahmenprogramm der Geburtstagfeier mit einer sozialpolitischen Kabaretteinlage begleitet.  

Events rund um 100 Jahre Diözesan-Caritasverband 
Zum Thema Innovation hat sich Assistenzroboter „Edan“ vorgestellt, der Menschen mit Handicaps zu mehr Lebensqualität verhelfen soll. Eine besondere Caritas-Reise unter dem Motto „Walk & Talk“ unternahmen Caritasdirektor Sollfrank und seine beiden Vorstandskollegen Gabriele Stark-Angermeier (erste hauptamtliche Vorständin des Diözesan-Caritasverbands seit 2018, zuständig für Altenhilfe, Soziale Dienste und Personal) und Thomas Schwarz (zuständig für Wirtschaft, Bildung sowie Teilhabe & Inklusion). Sie begleiteten kleinere Gästegruppen zu unterschiedlichen Informationstischen, welche die Caritas-Schwerpunktthemen Armut, Migration, Ehrenamt, Altenhilfe, Inklusion und Teilhabe, Kinder- und Jugendhilfe, Sozialpsychiatrie und Suchthilfe, Innovation sowie Aus- und Weiterbildung präsentierten. Dort standen Caritas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter Rede und Antwort und berichteten von ihrem Alltag in der Sozialarbeit.  

Stream online abrufbar
Der Festakt „100 Jahre Caritas in München und Oberbayern“ kann in einem Online-Stream auf YouTube auch im Nachgang angesehen werden! Der Link steht auf der Website www.caritas-nah-am-naechsten.de. (mmr) 

Weitere Fotos gibt es für die Presse auf Anfrage. Bitte eine Mail an bettina.baeumlisberger@caritasmuenchen.org.