Gabriele Stark-Angermeier und Doris Schneider.
München, 14. Dezember 2022.

Ende der Corona-Vorgaben!

Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier und die Geschäftsleiterin der Caritas-Altenheime in München und Oberbayern Doris Schneider sind sich einig: Die Altenheime müssen im dritten Pandemiejahr wieder mehr Eigenständigkeit erlangen und dürfen nicht mehr zu strengen Corona-Schutzmaßnahmen verpflichtet werden. Gabriele Stark-Angermeier moniert: „Es gibt weder bei den Bewohnern/-innen unserer Altenheime und Wohnheime für Menschen mit Behinderungen noch bei deren Angehörigen Verständnis dafür, dass nach wie vor die nahezu gleichen Maßnahmen umzusetzen sind wie in den Hochphasen der Corona-Pandemie. In Bahnen und Bussen müssen keine Masken mehr getragen werden, aber unser Personal ist kurz vor dem dritten Weihnachten mit Corona immer noch an die Maskenpflicht gebunden. Und das, obwohl die Verläufe bei Infektionen derzeit sehr mild und die Infektionszahlen rückläufig sind.“

Es kommen weniger Besucher/-innen
Doris Schneider bestätigt: „Es gibt Infektionen, das ist unstrittig, aber die Mitarbeitenden vor Ort sind geübt in der notwendigen Umsetzung von Maßnahmen, wenn diese durch Infektionen wieder verschärft werden müssen.“ Die strenge Verpflichtung für Besucher/-innen immer einen tagesaktuellen Test vorzulegen, habe in den vergangenen Monaten zudem zu einem deutlichen Rückgang der Besuchszahlen geführt. Verschärft werde die Situation durch die Abschaffung der Bürgertests für drei Euro und die zunehmende Schließung der allgemeinen Teststationen. „Für Angehörige und Freunde wird es damit immer aufwändiger und komplizierter, an einen aktuellen, professionell durchgeführten Corona-Test zu kommen.“ Schneider unterstreicht: „Die Folge ist, dass unsere alten Damen und Herren viel weniger Besuch bekommen. Das ist unmenschlich –  gerade angesichts dessen, dass den meisten Betagten nicht mehr allzu viel Lebenszeit bleibt.“ Die Einrichtungen in der Alten- und Behindertenhilfe könnten aber wegen des belastenden Fachkräftemangels leider keine festen und dauerhaften Testzeiten anbieten. Das vorhandene Personal werde dringend für Pflegetätigkeiten gebraucht.

Keine Bevormundung der alten Menschen
„Wir möchten in Zukunft nicht mehr bevormundet werden, sondern gemeinsam mit den zu Pflegenden und deren Familien vor Ort entscheiden, welche Schutzmaßnahmen gerade angebracht und erforderlich sind“, fordern Stark-Angermeier und Schneider einstimmig. Das gelte vor allem auch für die Wohnbereiche in den Heimen, wo nach wie vor Maskenpflicht herrsche. „Ein Stück Normalität wie bei jedem daheim. Das wünschen sich auch unsere Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Zuhause“, erklärt Schneider. Zur Normalität und dem so wichtigen Miteinander gehörten auch Feste und damit natürlich auch Essen und Trinken in Gesellschaft. „Ein Pflegeheim ist ein Ort der Begegnung und die muss endlich wieder unter halbwegs normalen Umständen möglich sein.“ (mmr)