Berlin verschärft den Kampf um die wenigen Pflegefachkräfte

München, 31. Mai 2018

Doris Schneider, unsere Geschäftsführerin Altenheime, äußert sich zum Sofortprogramm.

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. fordert die Bundesregierung auf, künftig alle Berufsgruppen in der Pflege bei Aktionen oder Sofortprogrammen zu berücksichtigen. „Es ist bedauerlich, dass die Versorgung und Begleitung der Bewohner und Bewohnerinnen in stationären Altenpflegeeinrichtungen sehr einseitig auf den Bedarf an Pflegekräften reduziert wird“, kritisiert Doris Schneider, Geschäftsführerin Altenheime beim Diözesan-Caritasverband.

Schritt in die richtige Richtung

Zu begrüßen sei allerdings, dass mit dem Sofortprogramm von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn grundsätzlich mehr Ressourcen in die stationäre Pflege kommen und die Finanzierung nicht zu Lasten der Altenheim-Bewohner gehen soll. „Das sind erste Schritte in die richtige Richtung“, erklärt Doris Schneider und weist auf einen gravierenden Nachteil hin: Die Aktion ziele einzig auf Pflegekräfte. „Der Markt an Pflegefachkräften ist aber jetzt schon leer gefegt“, mahnt Schneider. Deshalb greife Spahns Maßnahme zu kurz und verschärfe den Kampf um die wenigen Pflegefachkräfte. Und weil auch in den Krankenhäusern mehr Pflegekräfte finanziert werden sollen, „treibt das die Spirale noch weiter an“.

Anforderungen steigen
Schneider fordert eine Konzertierte Aktion für alle Berufsgruppen, die ältere Menschen begleiten und versorgen. „Für ein gutes Leben in einem Pflegeheim braucht es vielfältig qualifiziertes und kompetentes Personal“, erläutert die erfahrene Caritas-Geschäftsführerin. So trügen Mitarbeiter in der sozialen Begleitung ganz wesentlich zum Wohlbefinden der Menschen in den Wohnbereichen bei, betont Schneider. „Sie sind wichtige Begleiter, damit ein gemeinschaftliches Leben, orientiert an den Alltagsbedürfnissen der Menschen, gelingen kann.“
Alle Mitarbeiter hätten direkten Kontakt mit den Seniorinnen und Senioren, sagt Schneider, auch der Hausmeister und die hauswirtschaftlichen Kräfte. Dieser Bezug sei äußerst wichtig. Das bedeute aber auch, dass jeder Kollege und jede Kollegin mit dementiell erkrankten Menschen umgehen können muss. In allen Arbeitsbereichen eines Altenheims seien mit der zunehmenden Komplexität der Krankheitsbilder die Anforderungen an die Arbeit deutlich gestiegen. In der Mahlzeitenzubereitung etwa ist eine höhere Kompetenz notwendig, um für die verschiedenen Krankheitsbilder adäquate Angebote schaffen zu können.

Auch die Hilfskräfte nicht vergessen

„Alle Berufsgruppen in der Pflege brauchen die gesellschaftliche Anerkennung und eine gute Bezahlung“, postuliert Doris Schneider. 70 Prozent der Mitarbeiter in einer stationären Altenhilfeeinrichtung seien Hilfskräfte. Diese müssten fachlich begleitet werden, damit sie ihren Beitrag zum Wohl der Menschen gut leisten könnten. „Auch hier wären zusätzliche Ressourcen dringend notwendig“, so Schneider abschließend. (beb)




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