Caritas und DLR stellen Assistenzroboter für Einsatz in der Pflege vor

München/Garmisch-Partenkirchen, 7. Mai 2018

Münchens Caritasdirektor Georg Falterbaum lässt sich Roboter-Butler EDAN erklären.
Foto: Thomas Sehr/Caritas München

Neue Kollegen im Altenheim, digitale Diener fürs betreute Wohnen? EDAN und Justin, die heute und morgen in Garmisch-Partenkirchen einem breiten Publikum vorgestellt werden, sind zwei Assistenzroboter, die künftig pflegebedürftige Personen und Menschen mit Behinderungen im Alltag unterstützen sollen. Im Projekt SMiLE entwickeln Technologieexperten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen sowie Pflege- und Bildungsexperten des Caritasverbands für München und Oberbayern Servicerobotik für Menschen in Lebenssituationen mit Einschränkungen. Die Vision von SMiLE ist es, Menschen trotz alters- oder krankheitsbedingter Bewegungseinschränkungen zu einem erfüllteren und selbstständigeren Leben zu verhelfen.
 
Falterbaum: „Wir öffnen die Tür für Technik, die hilft, entlastet und ethisch ist“
 
„Das kann im betreuten Wohnen ebenso greifen wie in der Kurzzeit-, ambulanten oder stationären Pflege“, erläutert Caritasdirektor Georg Falterbaum, der die innovative Kooperation mit der DLR außerordentlich begrüßt. „Wir machen gerne die Türen auf für neue Technologien, wenn sie den uns anvertrauten Menschen helfen, unsere Pflegekräfte entlasten und ethisch vertretbar sind.“ Selbstverständlich werde Pflege immer analog bleiben. „Kein digitaler Assistent kann die menschliche Zuwendung durch unsere Pflegekräfte ersetzen“, bekräftigt Falterbaum. Robotische Systeme könnten das Fachpersonal aber in vielen Bereichen unterstützen. „So tragen technische Neuerungen auch zur hohen Qualität in der Pflege bei.“ Assistenzsysteme, die das Fachpersonal unterstützten, seien nur ein Beispiel, wie Digitalisierung den Alltag in der sozialen Arbeit verändere. „Gemeinsam mit der DLR will der Diözesan-Caritasverband nicht nur High-Tech-Pflege der Zukunft mitgestalten, sondern auch neue, moderne Berufsbilder für die Pflege 4.0, wie etwa den Pflegetechniker, definieren und etablieren“, unterstreicht Falterbaum.
 
Alte und alleinstehende Menschen sollen profitieren
 
Prof. Dr. Alin Albu-Schäffer, Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik des DLR, erklärt: „Zusammen mit der Caritas in Garmisch-Partenkirchen erarbeiten wir Szenarien für die robotische Assistenz der Zukunft.“ Am allerwichtigsten sei dabei, die Erwartungen der Patienten und des Pflegepersonals tief greifend zu verstehen, um ihre wichtigsten Bedürfnisse zu adressieren. „Eine große Zielgruppe des Projekts ist die zunehmende Zahl alter, alleinstehender Menschen, die länger ein selbstständiges in ihrer eigenen Wohnung führen möchten. Viele von ihnen möchten keine ständige Hilfs- oder Pflegekraft beschäftigen oder können sich diese finanziell gar nicht leisten“, ergänzt Albu-Schäffer.
 
Zukunftsthema hat Mensch als Mittelpunkt im Blick
 
Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer hält Assistenzrobotik für ein zentrales Zukunftsthema, das der Freistaat bei Forschung und Entwicklung nach Kräften unterstütze: „Assistenzrobotik bietet vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung von Pflegekräften und pflegebedürftiger Personen“, sagt Pschierer. Im Mittelpunkt stehe dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen. „Die Ergebnisse der vorgestellten Projekte sind ermutigend und zeigen, dass sich aus der Kooperation von Forschung und Unternehmen praxisnahe Lösungen entwickeln. Wichtig ist, dass wir die Digitalisierung nach unseren Vorstellungen gestalten, statt zu Getriebenen zu werden.“
 
Tag der offenen Tür für alle Interesssierten
 
Am 8. Mai 2018 findet im Kongresshaus ein Tag der offenen Tür statt. Ab 14 Uhr haben interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie die Fachwelt aus Wissenschaft, Gesundheits- und Sozialwesen die Möglichkeit, EDAN und Justin kennenzulernen sowie zahlreiche Vorträge von Forschern rund um das Thema Robotik in der Pflege anzuhören. (beb)




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