Glückwünsche und Resumée zum Jubiläum

München, 26. April 2018

Bunte Runde gestaltet gemeinsam Freizeit
Schlaf / Caritas München

Das Alten- und Service-Zentrum Isarvorstadt (ASZ) im Glockenbachviertel steht für Offenheit, Vielfalt, Inklusion und Toleranz. Hier begegnen sich ältere Menschen aus der Nachbarschaft und darüber hinaus: auch Lesben und Schwule. „Schon, wenn man reinkommt spürt man die gute Stimmung“, eröffnete Sozialreferentin Dorothee Schiwy ihr Grußwort zum 25-jährigen Jubiläum des ASZ. Dies sei ein geeigneter Ort, wo ältere Menschen Schönes erleben könnten. Ziel sei es, Menschen in der Anonymität der Großstadt vor Vereinsamung oder gar Verwahrlosung zu bewahren. „Ich danke der Caritas für das gute Miteinander mit der Landeshauptstadt München“, so Schiwy. Das Konzept gehe dank sozialer Träger wie der Caritas und vieler Ehrenamtlicher auf.  Die Stadt München finanziert 32 ASZ als freiwillige Leistung. „Damit ist sie bundesweit federführend“, lobte Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. Sie hatte 2005 in ihrer damaligen Funktion als Caritas-Zentrumsleiterin angeregt, das Seniorenprogramm um spezifische Angebote für Schwule und Lesben zu erweitern. Die Caritas engagiere sich für eine vielfältige und offene Gesellschaft. Dennoch sei es für einen katholischen Wohlfahrtsverband damals eine mutige Entscheidung gewesen.

Mutige Entscheidung der Caritas
Gelingen konnte es durch die Offenheit des damals neuen ASZ-Leiters Jens Dietrich mit seinem Team. Außerdem waren Einzelne aus der schwul-lesbischen Community trotz großer Vorbehalte auf das ASZ zugegangen. Adelheid Opfermann, die sich unter anderem bei der Beratungsstelle des Lesbentelefons LeTRa engagiert, beschrieb den Schritt so: „Lesbisch hin oder her, wir gehen zu den Normalen ins Fitness“. Es entstand eine gemischte Fitnessgruppe und eine Gymnastikgruppe für schwule Männer. Im ASZ begegneten sich homo- und heterosexuelle ältere Menschen ganz selbstverständlich. Auch um zu trauern und wieder neuen Lebensmut zu schöpfen wie beim Stammtisch „Bunte Runde“. „Es braucht solche Orte, an denen niemand ausgegrenzt wird“, betonte Alexander Miklosy mit Glückwünschen aller Fraktionen des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt.
 
Caritas passt Angebote an veränderte Lebenswirklichkeit an
Bei der Podiumsdiskussion „Zusammenhalt in einem bewegten Viertel“ kamen die Schattenseiten zur Sprache: die zunehmende Gentrifizierung des Viertels, aber auch die Ausgrenzung auf offener Straße von homophoben Sprüchen bis zur Körperverletzung. Der Gentrifizierung seien in den letzten Jahren allerdings auch zum Teil die Schwulenkneipen zum Opfer gefallen. Schwule Pärchen auf offener Straße seien heute seltener als vor 25 Jahren. Offenheit und Toleranz müssten als hohes Gut gepflegt werden für eine demokratische Gesellschaft, bekräftigte Willibald Strobel-Wintergerst, Moderator und Leiter der Caritas München Mitte. Die Caritas verstehe sich als Anwalt für Menschen in Bedrängnis und engagiere sich für eine vielfältige und solidarische Gesellschaft. „Geht auf die konfessionellen Träger zu“, appellierte Stark-Angermeier. Der Caritasverband positioniere sich klar gegen Diskriminierung jeglicher Form und reagiere mit seinen Angeboten auf veränderte Lebensrealitäten in der Gesellschaft.
 
Regenbogenpastoral in der Erzdiözese
Andreas Unterforsthuber, Leiter der städtischen Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, bestätigte, wie sehr der Zusammenhalt oft bedroht sei. Es brauche solche Schutzräume in einem Stadtviertel. Er sehe den Auftrag darin, die Akzeptanz in der Gesellschaft zu fördern. Dass sich auch die katholische Kirche öffne, zeige sich an einer neuen Arbeitsgruppe „Regenbogen-Pastoral“ und den monatlich stattfindenden queer-Gottesdiensten in St. Paul im Herzen der Stadt, findet Pastoralreferent Gerhard Wachinger. „Erwarten Sie da bitte in Zukunft mehr!“, verspricht er. Wer sich an Jesus Christus orientiere, wisse, wo der Fokus sei, sagte Adelheid Opfermann, ASZ-Besucherin und Ehrenamtliche in einem berührenden Statement. Weitere Infos unter: www.asz-isarvorstadt.de (md).




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