Neuer Caritasdirektor startet

München, 31. Januar 2018.

Prälat Lindenberger (r.) übergibt an Georg Falterbaum.
Foto: Caritas München

„Die neue Bundesregierung, die ja leider immer noch nicht steht, muss in punkto Wohnen und Pflege aufs Tempo drücken. Wenn wir bei beiden Themen nicht endlich nachhaltig handeln, steuern wir mit Pflegenotstand und Wohnungsnot schnurstracks in eine Situation, die den Frieden in unserem Land empfindlich gefährden kann“, sagte Georg Falterbaum am Mittwoch, 31. Januar, bei der Pressekonferenz zum Stabwechsel an der Spitze des Diözesan-Caritasverbands (DiCV). Ab 1. Februar 2018 übernimmt der 54-Jährige die Position als Caritasdirektor und Vorsitzender des Vorstands im Diözesan-Caritasverband. Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger, 69, geht nach 14 Jahren an der Spitze des großen katholischen Wohlfahrtsverbands in den wohlverdienten Ruhestand. 

Sozialpolitische Forderungen zu Wohnen und Pflege
„Wir brauchen angesichts des demografischen Wandels vor allem mehr Personal in Pflege, Sozialer Begleitung und Hauswirtschaft, ein verbessertes Image der Pflegeberufe, weniger Bürokratie, verpflichtende Hausbesuche von Ärzten in Altenheimen und bezahlbare Wohnungen für Pflegekräfte“, appellierte Falterbaum an die Politik. Insgesamt brauche es mehr Geld im System. Die Ausbildung in der Pflege müsse so finanziert sein, dass weder die Heime noch deren Bewohner finanziell mehr belastet würden. Zur Caritas-Jahreskampagne 2018 „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ forderte der neue Caritasdirektor „eine große Wohnungsbauoffensive wie in den 90er Jahren“. Der gebürtige Kölner Falterbaum ist seit Mai 2016 Mitglied im dreiköpfigen Vorstand des Diözesan-Caritasverbands. Zuvor leitete er mehrere Jahre den Caritasverband Rhein-Erft-Kreis im Erzbistum Köln. Falterbaum ist Diplom-Kaufmann und hat langjährige Erfahrung in der Wirtschaft und in der Caritasarbeit. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. 

Augustinus Bauer wird neuer Caritaspräses  
Der scheidende Caritasdirektor, Prälat Hans Lindenberger, warnte in seiner Bilanz der vergangenen Jahre vor dem „Skandal Armut in reicher Gesellschaft“. „Seit der Einführung von Hartz IV ging die Schere von Arm und Reich immer weiter auseinander. Kinder wurden zum Armutsrisiko“, sagte der 69-Jährige. „In der Erzdiözese München und Freising ist die Caritas ein starkes Stück Kirche. So verabschiede ich mich mit großer Dankbarkeit.“ Augustinus Bauer, Pfarrer der Pfarrgemeinde Christkönig in München-Nymphenburg, wird zum 1. Februar 2018 neuer Präses des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising. Die Funktion wurde neu geschaffen, weil der Caritasverband erstmals in seiner fast hundertjährigen Geschichte Leitungsaufgaben und priesterlichen Dienst trennt.

Großer bayerischer Wohlfahrtsverband
Der dreiköpfige Vorstand des DiCV verantwortet mehr als 350 karitative Einrichtungen und Dienste mit gut 8500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dazu gehören 28 Altenheime, 23 ambulante Pflegedienste, 12 Alten- und Servicezentren, 58 Kindertagesstätten, 12 sozial- psychiatrische Dienste, 13 Fachambulanzen für Suchtkranke, fünf berufliche Schulen mit etwa 1000 Schülerinnen und Schülern, vier Wohnheime und vier Werkstätten für Menschen mit Behinderung, ein Kinderdorf sowie Caritas-Zentren mit Beratungsdiensten in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Auch im Asyl- und Migrationsbereich sind viele engagierte Mitarbeitende haupt- und ehrenamtlich tätig. (mmr)




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