Wir brauchen mehr Personal und bessere Rahmenbedingungen!

München, 4. Juni 2018.

Unser Vorstandsteam beim Treffen mit Staatsministerin Kerstin Schreyer.
Foto: StMAS

„Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen für alle Sozialberufe, denn der Fachkräftemangel betrifft mittlerweile nicht mehr nur die Pflege, sondern ist inzwischen auch im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe fester Bestandteil der täglichen Arbeit.“ Das forderte Caritasdirektor Georg Falterbaum heute bei einem Besuch bei Sozialministerin Kerstin Schreyer im Sozialministerium. Falterbaum schlug als Anreiz eine bessere tarifliche Bezahlung, flexiblere Aufstiegschancen sowie weniger Bürokratie, Zeitdruck und Belastung durch mehr Personal für psychisch und physisch besonders belastende Tätigkeiten vor.
 
Bessere Anreize für Job mit hohen Anforderungen nötig

„Das Berufsbild muss deutlich attraktiver gestaltet werden, wenn wir mehr junge Menschen für diese gesellschaftlich enorm wichtigen und anspruchsvollen Berufe gewinnen möchten. Die Arbeit mit Kindern ist anstrengend und herausfordernd, denn in der Ergänzung zur Familie fördern Erzieher/innen in den Kindertageseinrichtungen mit hoher Professionalität, viel Geduld und liebevoller Hinwendung die Persönlichkeitsentwicklung der kommenden Generation“, sagte Falterbaum. Bei der professionellen Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung käme durch den erhöhten Pflege- und Förderbedarf eine noch stärkere Beanspruchung hinzu, wenn man den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes gerecht werden möchte. 

Entlohnung muss angepasst werden

„Eine Menge an Verantwortung, die Menschen in diesen sozialen Berufen täglich zu tragen haben, und der in der Bezahlung in keiner Weise Rechnung getragen wird“, erklärt der Diözesan-Caritasdirektor. „Die hohen Lebenshaltungskosten im Ballungsraum München tragen ebenfalls nicht dazu bei, sich für einen nicht angemessen bezahlten sozialen, erzieherischen oder pflegerischen Beruf zu entscheiden.“
 
Gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen stark machen

Erst vergangene Woche habe die Caritas darauf aufmerksam gemacht, dass es in den Altenheimen nicht nur an Pflegepersonal fehle, sondern auch an hauswirtschaftlichen Kräften. „Unser Sozialstaat kommt an seine Grenzen, wenn es keine Frauen und Männer mehr gibt, die Sozialberufe nicht nur als sinnstiftend, sondern auch als gerecht und fair entlohnt empfinden. Gerade von Sozialministerin Schreyer, selbst Sozialpädagogin und lange im Sozialbereich tätig, erwarte man Solidarität und Kampfgeist bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Erzieher/innen, Heilerzieher/innen und Altenpfleger/innen. (mmr)




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