Caritas zeichnet Medien aus Preise für Journalisten mit „Sozialcourage“

Sozialcourage 3/2019 - Herbst

Foto: Schlaf/Caritas München

Der Diözesan-Caritasverband hat im Mai 2019 zum fünften Mal den „Münchner Sozialcourage-Medienpreis“ verliehen. Bei einem feierlichen Medienempfang wurden die Auszeichnungen von Caritasdirektor Georg Falterbaum und den Vorständen Gabriele Stark-Angermeier und Thomas Schwarz übergeben. Bettina Bäumlisberger, Pressesprecherin des Verbands, rief in ihrem Impulsreferat „Fakten und Fakes, Digitalisierung und Demokratie, Soziales und Asoziales in den Medien“ zu einer zivilisierten und von gegenseitigem Respekt geprägten Debattenkultur im Internet auf. Professioneller Journalismus sei für die Demokratie wichtiger denn je. „Journalisten liefern geprüfte Informationen und davon brauchen wir viel mehr im Netz.“ 
 
Erster Preis für BR/PULS YouTube Video
Den ersten Preis (mit 2000 Euro dotiert) erhielten Lisa Altmeier, Alexandra Reinsberg, Kevin Ebert, Claudia Gerauer und Sebastian Meinberg für das BR/PULS Video „Alltag als Pfleger: Wie ist es, in der Altenpflege zu arbeiten?“, das erstmals am 15. August 2018 auf YouTube lief. Ein junger Reporter arbeitet einen Tag lang im Caritas-Altenheim St. Franziskus als Pfleger. „Mit schnellen Schnitten und häufigen Szenewechseln geht es durch den Pflegealltag. Wunderbare Begegnungen finden statt. Mensch trifft auf Mensch. Mit echter Sozialcourage sind Autoren und Reporter an Vorurteile gegenüber der Altenpflege herangegangen und haben es mit ihrem 15-Minüter geschafft, diese Vorurteile abzubauen und die Freude am Pflegeberuf zu zeigen“, erklärte Laudatorin Gertrud Rogg, Referatsleiterin Medien beim Deutschen Caritasverband.
 
Zweiter Preis für DIE ZEIT Reportage
Der zweite Preis (1000 Euro) ging an Björn Stephan für seine Reportage „Sie hatten kein Bett frei“ vom 13. September 2018 in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“. Es geht darin um die letzten 48 Lebensstunden eines älteren Herren, der nach einem Schlaganfall stundenlang durch München gefahren wird, weil auf keiner der „Stroke Unit“-Fachkliniken ein Bett frei ist. Nach zehn Stunden wird er schließlich ins Klinikum Harlaching eingewiesen, wo er am Tag darauf verstirbt. „Björn Stephan ist ein Meister seiner Zunft. Von der ersten Zeile an zieht es einen in den Text und man kann nicht aufhören zu lesen. Sein Artikel ist einerseits eine Dokumentation über die tragische Odyssee eines Schlaganfallpatienten, andererseits ein deutlicher Verweis auf das Problem des Pflegenotstands. Er hat einen Spannungsbogen geschaffen, der über das Lesen dieses Beitrags hinausführt“, so Laudator Pater Alfons Friedrich, Leiter der Don Bosco Medien GmbH.
 
Dritter Preis für ARD alpha Film
Über den dritten Preis (500 Euro) freuten sich Ina-Maria Schaffer, Christine Walter und Gerd Niedermayer vom Bayerischen Rundfunk. Sie wurden für den ARD alpha Film „Respekt: Menschen mit Behinderung – Kampf um Teilhabe und Gleichberechtigung“ vom 22. April 2018 ausgezeichnet. „Der Film gibt drei jungen Menschen mit Behinderung ein Gesicht und trägt in bester journalistischer Tradition mit Zahlen und Infografiken zur Aufklärung bei. Er zeigt auf, dass Inklusion keine Einbahnstraße ist, sondern die Gesellschaft etwas zurückbekommt: Mehr Vielfalt, mehr Rücksichtnahme und mehr Menschlichkeit“, sagte Laudator Bernhard Remmers, journalistischer Direktor der katholischen Journalistenschule ifp.
 
Auszeichnung für wertorientierten Journalismus
„Mit unserem Medienpreis wollen wir zu einem qualitäts- und wertorientierten Journalismus über soziale Themen motivieren“, sagte Caritasdirektor Georg Falterbaum. Der Begriff „Sozialcourage“ bezeichne in der Caritas das entschiedene Eintreten und oft auch mutige Engagement für Menschen am Rande der Gesellschaft. Er sei auch der Titel des bundesweiten Caritas-Magazins, in dem Berichte, Interviews und Reportagen zu sozialen und sozialpolitischen Themen zu lesen seien. Insgesamt wurden in diesem Jahr 38 Beiträge aus den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen und Online beim Caritas-Sozialcourage-Medienpreis eingereicht.

Text: Marion Müller-Ranetsberger




zur Übersicht wechseln


Suche nach Angeboten
und Dienstleistungen
Online-Spenden

Unterstützen Sie wohnungslose Menschen. Spenden Sie jetzt!

Jetzt spenden!