„Nicht verzagen, Heinhold fragen“

Unermüdlicher beruflicher Einsatz für Flüchtlinge

Rechtsanwalt Hubert Heinhold ist neuer Träger der Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Gold.
Foto: Schlaf/Caritas München

Sympathisch, bescheiden und humorvoll wirkt er und kein bisschen wie 70 Jahre alt. Der Münchner Rechtsanwalt Hubert Heinhold hat 2018 die Pater-Rupert-Mayer-Medaille der Caritas in Gold erhalten. „Seit 35 Jahren setzen Sie sich unermüdlich für die Belange und Rechte von geflüchteten Menschen ein. Fast rund um die Uhr stehen Sie für die unterschiedlichen Anfragen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Asyl- und Migrationsbereich zur Verfügung. Ob telefonisch, per Mail, auf Fachtagen oder in Weiterbildungen – Ihr Wissen und Ihre Weisheit waren und sind nicht nur gefordert, sondern unverzichtbar“, würdigte Caritasdirektor Georg Falterbaum den Preisträger bei der feierlichen Verleihung in der Münchner Karmeliterkirche. Familienmensch Heinhold ist mit der Familie gekommen: Ehefrau, Tochter und Schwiegersohn sitzen fest an seiner Seite in der ersten Reihe. Ein kleines Baby – sein Enkelkind –  ist auch dabei.

Experte, Mitstreiter und Verbündeter
Es gibt in ganz Deutschland kaum einen Rechtsgelehrten, der auf ein so umfangreiches und differenziertes Fachwissen zurückgreifen kann wie Hubert Heinhold. „Nicht verzagen, Heinhold fragen“ lautet ein Kernsatz der Caritas-Asylsozialberater/innen bei ganz besonders schwierigen oder herzergreifenden Migrantenschicksalen. „Wir als Caritas haben Ihnen sehr viel zu verdanken – als Experte, Mitstreiter und Verbündeter.“ Der Diözesan-Caritasverband verleihe die Pater-Rupert-Mayer-Medaille einem „Menschen, der sich außergewöhnlich für die Grundwerte der Caritas engagiert. Einem Menschen, der – ganz im Sinne von Pater Rupert Mayer – sensibel ist für die Sorgen, Nöte und Probleme seiner Zeit“, lobte Falterbaum.

Heinholds Vita
Fast sein ganzes Leben lang hat sich Heinhold für Menschen eingesetzt.  Nach dem Abitur fing er seinen Zivildienst in der Psychiatrie an. Damals schon mit einer enormen Portion Zivilcourage gesegnet, prangerte er den Umgang mit psychisch kranken Menschen an und wurde daraufhin in ein Altenheim versetzt. Im Anschluss studierte der 1948 in Altötting geborene Heinhold an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Jura. 1975 trat er zum ersten und 1977 zum zweiten Staatsexamen an. Im gleichen Jahr noch erhielt er seine Zulassung als Rechtsanwalt und begann seine Karriere in der Kanzlei Wächter und Kollegen, der er als Sozietätsmitglied auch heute noch angehört. Über viele Jahre wurde der Caritas-Rechtsberater von Politikern in Bundes- und Landtag als Sachverständiger für Asyl- und Menschenrechte angehört. Auch als stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Flüchtlingsrats und der Organisation „Pro Asyl“ hat er seine Mitmenschlichkeit und sein fachliches Know-How eingebracht.  „Die Rechte von geflüchteten Kindern und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sind mir ein Herzensanliegen“, erklärte der 70-jährige Junggebliebene, der auch im Vorstand der „Schlauschule München“ sitzt.

Klare Worte für die aktuelle Asylpolitik
„Auch heute noch muss sich der Verband im politischen Spannungsfeld behaupten. Auch heute noch wird versucht, politische Interessen über humanitäre zu setzen und das Geld spielt dabei immer eine wichtige Rolle“, kritisierte Heinhold die aktuelle Asylpolitik. Heute verstehe sich die Caritas allerdings entschieden als Anwalt der Hilfsbedürftigen und wisse sich dabei von ihrem Oberhaupt Papst Franziskus aufgefordert, „sich in die Lage der Brüder und Schwestern zu versetzen, die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten“. „Gemeinsam können wir – Verbände und engagierte Bürger – viel erreichen. Bleiben wir dran“, lautete der Schlussappell des nimmermüden Kämpfers für Teilhabechancen und Gerechtigkeit für alle Menschen.
 
Zusatz-Info
Die Pater-Rupert-Mayer-Medaille der Caritas in Gold wird jedes Jahr an herausragende Persönlichkeiten im Bereich des Diözesan-Caritasverbands verliehen. Sie ist eine Anerkennung und Wertschätzung für langjährige Leistungen, die in herausragender Weise der Caritas dienen. Preisträger waren zum Beispiel Kabarettist Christian Springer, die ehemalige Münchner Bürgermeisterin Gertraud Burkert, Kardinal Friedrich Wetter und der frühere Landtagspräsident Alois Glück.  

Text: Marion Müller-Ranetsberger




zur Übersicht wechseln


Suche nach Angeboten
und Dienstleistungen
Online-Spenden

Unterstützen Sie wohnungslose Menschen. Spenden Sie jetzt!

Jetzt spenden!