Zum Europatag: Gesundheit für alle, Schutz für Schutzbedürftige

München, 9. Mai 2018

Forderungen der „Münchner Zukunftswerkstatt Europa 2020“
Anlässlich des Europatags am Mittwoch, 9. Mai, formulierten Beratungsstellen und Projekte in der „Münchner Zukunftswerkstatt Europa 2020“ einen Forderungskatalog an die Politik, um die Bedingungen für die vermeintlich unsichtbaren Europäer zu verbessern. Die Hilfsorganisationen zeigten an zwei konkreten Beispielen, einer jungen Familie aus Bulgarien und einer Frau aus Rumänien, wie sie durch vernetzte Zusammenarbeit konkret helfen konnten.

Stabilität und Selbständigkeit
Eine junge alleinerziehende Migrantin aus Griechenland berichtete, wie sie durch diese Hilfe eine stabile Lebenssituation erreicht und Flügel bekommen habe. Heute lebt sie selbständig in ihrer eigenen Wohnung und benötigt keine Sozialleistungen mehr. Die etwa 60 Teilnehmer/innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft erarbeiteten in drei Workshops im Zwanzigminutentakt, welche Hilfen greifen, wo es Lücken im System gibt und welche Forderungen sie an die Stadt München, den Freistaat Bayern, den Bund und die Europäische Union haben: 
 
Mietwucher und Arbeitsausbeutung stoppen - Wohnungsbau fördern
Allgemeine Forderungen sind, den Mietwucher zu stoppen, kriminelle Strukturen bei Wohnungsvermietung aufzudecken und der Arbeitsausbeutung entgegenzuwirken. Die Landeshauptstadt München solle in den sozialen Wohnungsbau investieren, statt teure Unterbringung zu bezahlen. Um Menschen ohne Krankenversicherungen schnell und unbürokratisch helfen zu können, sollte der im Sozialreferat angesiedelte Gesundheitsfonds, einfach zugänglich sein. Die Anzahl der Mitarbeitenden in den Beratungsstellen solle an die Fallzahlen angepasst werden. Das derzeit bis Ende 2018 befristete Projekt Integrationsbrücke des Psychologischen Diensts für Ausländer solle dauerhaft finanziert werden. Hier finden besonders Migranten mit psychischen Belastungen Hilfe und Begleitung. Für schutzbedürftige behinderte und alte Menschen brauche es besonderen Schutz.
 
Kälteschutz erweitern, Beratungsstellen bedarfsgerecht anpassen
Der Freistaat Bayern solle die Kommune unterstützen, indem er Beratungsstellen und das Münchner Kälteschutzprogramm mitfinanziert. Dieses müsse ganzjährig geöffnet werden. Obdachlose Europäer können bisher im Rahmen des Kälteschutzprogramm nur von November bis April in der Bayernkaserne schlafen. Die Migrationsberatungsstelle Schiller 25 berät Wohnungslose ganzjährig, ihr Klientel schläft im Sommer in der Regel auf der Straße. Unter dem Motto „Gesundheit für alle“ müsse ein europaweiter Standard für die medizinische Versorgung umgesetzt werden, alle Menschen sollten krankenversichert sein. Eine zumindest bayernweite Clearingstelle Krankenversicherungen würde enorm helfen.

Stellvertretender Bezirkstagspräsident unterstützt Forderungen
Der stellvertretende Bezirkstagspräsident Michael Asam bedankte sich zum Schluss für den Einblick in die konkrete Arbeit. Er unterstütze als Kommunalpolitiker und Bürgermeister der Marktgemeinde Peiting die Forderungen an die Landes- und Bundespolitik und beglückwünschte die Veranstalter zu der gelungenen Zukunftswerkstatt.
 
Netzwerk hilft
Vertreten waren die Bahnhofsmission München, der Caritas Psychologische Dienst für Ausländer, das Evangelische Hilfswerk mit Schiller 25 und FamAra, die Fachberatungsstelle für Opfer von Frauenhandel JADWIGA und open.med von Ärzte der Welt e.V. und die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung. Außerdem das Projekt Faire Mobilität vom DGB. Veranstalter waren der Psychologische Dienst für Ausländer und die Akademie der Nationen der Caritas. Infos: caritas-nah-am-naechsten.de (md).




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