Die Zeitschrift Sozialcourage

Die Zeitschrift "Sozialcourage" ist für Caritas-Mitglieder, Freunde, Förderer, Spender/innen, Sammler/innen, Kooperationspartner/innen und alle, die an sozialen Fragestellungen und Caritas-Themen interessiert sind.

Sozialcourage erscheint viermal im Jahr
Das unterhaltsame und informative Magazin erscheint vier Mal im Jahr und wird vom Deutschen Caritasverband in Freiburg herausgegeben. Regionale Caritasverbände aus dem ganzen Bundesgebiet berichten darin über soziale Brennpunktthemen, ihre soziale Arbeit, ehrenamtliches Engagement oder sozialpolitische Entwicklungen.

Infos aus München und Oberbayern
Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising hat innerhalb der Sozialcourage eigene Seiten mit Reportagen, Portraits und Kurzberichten aus seinen Einrichtungen und Projekten für Familien, Kinder und Jugendliche, Flüchtlinge oder alte, kranke und behinderte Menschen. Außerdem präsentieren die Landkreise Freising, Erding, Rosenheim, Miesbach, Garmisch, Ebersberg, Dachau und Pfaffenhofen in ihren individuellen Beilagen, was bei ihnen vor Ort in den Caritas-Zentren angeboten wird. 


„Die Krankheit macht vor keinem Bildungsgrad Halt“

Sozialcourage 2/2020 - Sommer

Schöne Erinnerungen an früher: Die Freundinnen blättern in einem alten Album.
Foto: Müller-Ranetsberger/Caritas München

Eine kleine Drei-Zimmer-Wohnung in München-Milbertshofen. Es öffnet eine zarte alte Dame mit feinen grauen hochgesteckten Haaren, einer blitzsauberen handgestrickten Jacke und einem dunkelblauen Blumenrock mit Spitzenborte. Alle Zimmer sind voller Erinnerungen an ein intensiv gelebtes Leben. Überall hängen handgestickte Bilder und Familienfotos an den Wänden. Auf dem Sofa liegen wunderschöne handgemachte Gobelin-Kissen. Margarethe* erzählt von ihrer verstorbenen Schwester Elisabeth und der Nichte, die jetzt mit ihrem Mann Costas in Griechenland lebt. „Wir haben hier alle zusammengewohnt. Damals habe ich noch bei Etienne Aigner gearbeitet. Es war wunderbar“, resümiert die 93-Jährige. Auf dem Tisch fällt ein Buch von Dietrich Bonhoeffer ins Auge: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Die tief gläubige und in ihrer Kirche immer noch engagierte Seniorin blättert täglich darin. Heute wird ebenfalls nicht über Demenz gesprochen. Auf einem Zettel, den Demenzhelferin Irene S. der Besucherin heimlich in die Hand drückt, steht: „Bitte nicht über die Krankheit sprechen“.


Caritas-D3: Ein Ort zum Da-Sein

Sozialcourage 2/2020 - Sommer

Jürgen kommt täglich ins Begegnungszentrum D3 und erzählt uns dort aus seinem Leben.
Foto: Rätz/Caritas München

In seiner schwarzen Outdoor-Hose, dem blauen Pulli und seiner schwarzen Wollmütze sieht der hagere Mann aus, als sei er auf der Wanderschaft. Jeden Morgen um fünf Uhr verlässt Jürgen nach etwa sechs Stunden Schlaf sein Lager in der Nähe des Lenbachplatzes in München. Der 65-Jährige verstaut seine Habe an einem sicheren Ort und macht sich auf in Richtung Hauptbahnhof. Dort löst der Wahlmünchner Pfandflaschen ein und trinkt einen Kaffee ToGo. „Das Geld, das ich mit Flaschensammeln verdiene, reicht mir zum Leben“, sagt er.


Soziale Berufe mit Sinn

Sozialcourage 2/2020 - Sommer

Eine Pflegerin (rechts) kümmert sich um eine Seniorin (links).
Foto: didesign/AdobeStock

Die Caritas Berufsfachschulen für Pflege starten im September 2020 mit der generalistischen Pflegeausbildung. „Mit der bundesweit einheitlichen Ausbildungsreform wird der Pflegeberuf deutlich aufgewertet“, freut sich Caritas-Vorstand Thomas Schwarz. Die künftigen Fachkräfte lernen jetzt die gleichen Inhalte in Theorie und Praxis für die Fachpflege von Menschen aller Altersgruppen. Im dritten Jahr vertiefen sie ihren jeweiligen Schwerpunkt der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Dabei arbeiten verschiedene Ausbildungsstätten eng zusammen: Einer der 30 ambulanten Pflegedienste oder eines der 26 Altenheime der Caritas in Oberbayern sowie ausgewählte Krankenhäuser als Kooperationspartner vermitteln als Ausbildungsträger praktische Kenntnisse, die Caritas Berufsfachschulen für Pflege theoretische Inhalte.