Spaß am Lernen fördern

Ehrenamtliche unterstützen Fachkräfte des Alveni-Flüchtlingsdienstes
 
Beschwingt kommt Vera Grossmann am frühen Abend in die Räume des Alveni-Flüchtlingsdienstes der Caritas in der Gemeinschaftsunterkunft in der Pariser Straße in München. Die 26jährige Ehrenamtliche hat für diesen Abend einen Kleider-Bazar für die 62 Bewohner organisiert. Helferinnen sortieren die abgegebenen Kleidungsstücke und ordnen sie nach Größen. Tanja Dietze, die Sozialarbeiterin von Alveni, ist sehr froh über das Engagement von Vera. „Für Hausaufgabenhilfe oder für Ausflüge mit den Kindern brauchen wir die Ehrenamtlichen“, sagt sie.

Buntes Programm für bis zu acht Schulkinder
 
Es ist schon richtig was los in den engen Räumen, obwohl der Bazar erst in einer halben Stunde startet. Mütter mit ihren kleinen Kindern sitzen im Flur und ratschen, die größeren Kinder toben im Spielzimmer. Seit neun Monaten kommt Vera regelmäßig in die Unterkunft und nimmt sich jeweils etwas Bestimmtes vor. Alle zwei Wochen bietet sie eine „Lernstunde“ an. „Ich bin gerne in die Schule gegangen und möchte den Kindern die Freude an Wissen vermitteln.“ Bis zu acht Schulkinder kommen, wenn Vera sie einlädt. Dann lesen sie gemeinsam eine Geschichte, lösen eine knifflige Mathe-Aufgabe oder schauen eines der Wissensbücher an. Inzwischen kommen die Kinder mit eigenen Ideen, die sie mit Vera zusammen umsetzen wollen. Kürzlich wollten sie fremde Sprachen lernen und fanden heraus, wie einfache Begriffe in verschiedenen Sprachen heißen. „Es war toll, dass die Kinder von sich aus etwas lernen wollten“, begeistert sich Vera. Einmal im Monat geht sie mit Kindern und Jugendlichen ins Kino, zum Ballspielen auf eine große Wiese oder auf den Spielplatz. Wer in so beengten Verhältnissen aufwächst, für den ist das etwas Besonderes.

"InterNations" bringt Ehrenamtliche und Alveni-Flüchtlingsdienst zusammen
 
Zu ihrem Engagement im Alveni-Flüchtlingsdienst kam Vera über „InterNations“, ein weltweites Netzwerk für Menschen, die im Ausland leben und arbeiten. Neben Tipps zum Aufenthalt und Treffpunkte in der fremden Stadt vermittelt die Münchner Community auch den Einsatz in sozialen Einrichtungen. „Nach dem Studium und einem Job in einer Agentur hatte ich eine Sinnkrise“, berichtet die PR-Frau. „Ich wollte helfen und denen etwas geben, die nicht so gute Startbedingungen ins Leben haben, wie ich sie in meiner Familie bekam.“ Das Netzwerk von InterNations half auch den Bazar zu füllen. So können die Frauen aus der Unterkunft auswählen, abwägen und probieren – wie im Bazar eben.

Ehrenamtliche voller Elan
 
In der Gemeinschaftsunterkunft sprechen sich Vera und Tanja Dietze regelmäßig ab und man merkt sofort, dass die beiden sich gut verstehen. „Mitten in der Stadt ist es nicht so leicht, Ehrenamtliche zu finden“, sagt Tanja Dietze. Der Stadtteil sei sehr gut vernetzt, da käme jemand vielleicht gar nicht auf die Idee, dass Flüchtlinge ganz besondere Unterstützung brauchten. Umso mehr freuen sich die beiden jungen Frauen, dass sie gemeinsam mit und für die asylsuchenden Menschen etwas auf die Beine stellen können.

Adelheid Utters-Adam
 
Aus: Kommpakt, Caritas-Newsletter für die Kommunalpolitik in München 1/2015



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