Europatag

Europatag
Zukunftswerkstatt 2020

Zum Europatag: Gesundheit für alle, Schutz für Schutzbedürftige Forderungen der „Münchner Zukunftswerkstatt Europa 2020“ 

Anlässlich des Europatags am Mittwoch, 9. Mai, formulierten Beratungsstellen und Projekte in der „Münchner Zukunftswerkstatt Europa 2020“ einen Forderungskatalog an die Politik, um die Bedingungen für die vermeintlich unsichtbaren Europäer zu verbessern. Die Hilfsorganisationen zeigten an zwei konkreten Beispielen, einer jungen Familie aus Bulgarien und einer Frau aus Rumänien, wie sie durch vernetzte Zusammenarbeit konkret helfen konnten. Eine junge alleinerziehende Migrantin aus Griechenland berichtete, wie sie durch diese Hilfe eine stabile Lebenssituation erreicht und Flügel bekommen habe. Heute lebt sie selbständig in ihrer eigenen Wohnung und benötigt keine Sozialleistungen mehr. Die etwa 60 Teilnehmer/innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft erarbeiteten in drei Workshops im Zwanzigminutentakt, welche Hilfen greifen, wo es Lücken im System gibt und welche Forderungen sie an die Stadt München, den Freistaat Bayern, den Bund und die Europäische Union haben:

Allgemeine Forderungen sind, den Mietwucher zu stoppen, kriminelle Strukturen bei Wohnungsvermietung aufzudecken und der Arbeitsausbeutung entgegenzuwirken. Die Landeshauptstadt München solle in den sozialen Wohnungsbau investieren, statt teure Unterbringung zu bezahlen. Um Menschen ohne Krankenversicherungen schnell und unbürokratisch helfen zu können, sollte der im Sozialreferat angesiedelte Gesundheitsfonds, einfach zugänglich sein. Die Anzahl der Mitarbeitenden in den Beratungsstellen solle an die Fallzahlen angepasst werden. Das derzeit bis Ende 2018 befristete Projekt Integrationsbrücke des Psychologischen Diensts für Ausländer solle dauerhaft finanziert werden. Hier finden besonders Migranten mit psychischen Belastungen Hilfe und Begleitung. Für schutzbedürftige behinderte und alte Menschen brauche es besonderen Schutz. 

Der Freistaat Bayern solle die Kommune unterstützen, indem er Beratungsstellen und das Münchner Kälteschutzprogramm mitfinanziert. Dieses müsse ganzjährig geöffnet werden. Obdachlose Europäer können bisher im Rahmen des Kälteschutzprogramm nur von November bis April in der Bayernkaserne schlafen. Die Migrationsberatungsstelle Schiller 25 berät Wohnungslose ganzjährig, ihr Klientel schläft im Sommer in der Regel auf der Straße. Unter dem Motto „Gesundheit für alle“ müsse ein europaweiter Standard für die medizinische Versorgung umgesetzt werden, alle Menschen sollten krankenversichert sein. Eine zumindest bayernweite Clearingstelle Krankenversicherungen würde enorm helfen. Der stellvertretende Bezirkstagspräsident Michael Asam bedankte sich zum Schluss für den Einblick in die konkrete Arbeit. Er unterstütze als Kommunalpolitiker und Bürgermeister der Marktgemeinde Peiting die Forderungen an die Landes- und Bundespolitik und beglückwünschte die Veranstalter zu der gelungenen Zukunftswerkstatt. 

Vertreten waren die Bahnhofsmission München, der Caritas Psychologische Dienst für Ausländer, das Evangelische Hilfswerk mit Schiller 25 und FamAra, die Fachberatungsstelle für Opfer von Frauenhandel JADWIGA und open.med von Ärzte der Welt e.V. und die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung. Außerdem das Projekt Faire Mobilität vom DGB. Veranstalter waren der Psychologische Dienst für Ausländer und die Akademie der Nationen der Caritas.


Fachtag „Identität und Migration“

40 Jahre muttersprachliche Beratung im Psychologischen Dienst für Ausländer
Vorträge, Infostände und Podiumsdiskussion
 
Donnerstag, 26.Oktober.2017
9.00 bis 16.30 Uhr
Kulturhaus Milbertshofen

Teilnahmegebühr inkl. Mittagsimbiss und Getränken: 35,- Euro.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 5. Oktober 2017 über den Formular unten, per E-Mail an pda@caritasmuenchen.de oder Fax 089/ 23114959.

Überweisung bitte unter Angabe von Betreff Fachtag PDA auf:
Bank für Sozialwirtschaft München
IBAN: DE74 7002 0500 8850 0004 01       
BIC: BFSWDE33MUE


Programm 40 Jahre PDA

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Rollentausch 2017: Besuch von Bündnis 90/Die Grünen beim Psychologischen Dienst für Ausländer

Der Psychologische Dienst für Ausländer (PDA) im Caritas-Zentrum Innenstadt hat 2017 Frau Beate Walter-Rosenheimer, Bündnis 90/Die Grünen zum „Rollentausch“ eingeladen.

Rollentausch

„Es ist nötig den Psychologischen Dienst für Ausländer und die Jugendmigrationsdienste für Präventionsarbeit zu fördern, damit man psychisch belastete Menschen früh auffängt und mögliche Folgekosten einer Unterversorgung spart“, sagte Beate Walter-Rosenheimer  und seit 2012 Mitglied des deutschen Bundestags, nach ihrem Besuch in der Caritas-Einrichtung, Bayerstraße 73.


Rollentausch 2017 - Bezirksrätin Beate Meyer lernt den Psychologischen Dienst für Ausländer kennen

Foto Rollentausch 2017
Wiltrud Wystrychowski, Diplom-Psychologin, Fachdienstleitung des Psychologischen Dienstes für Ausländer (links) und Beate Meyer, Bezirksrätin (rechts)



Am 2. Februar 2017 hatte der Psychologische Dienst für Ausländer die große Freude Bezirksrätin Beate Meyer im Rahmen der Aktion "Rollentausch" in den neuen Räumlichkeiten des Caritaszentrums Innenstadt (Bayerstraße 73), begrüßen zu dürfen. Bei der Aktion Rollentausch, die vom Bayerischen Sozialministerium initiiert wurde, besuchen Kommunalpolitiker aus allen Parteien unterschiedliche Caritas-Einrichtungen und tauschen für einige Stunden die Rollen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

So bot sich für dieses Jahr für Frau Meyer die Möglichkeit bei einem der Gruppenangebote des Betreuten Einzelwohnens (BEW) teilzunehmen. Hierbei handelte es sich um das allseits beliebte „Klientenfrühstück“. Bei diesem Angebot treffen sich die BEW-Betreuerinnen und BEW-Betreuer und BEW-Klientinnen und BEW-Klienten immer donnerstags in dem großen Konferenzraum des Psychologischen Dienstes für Ausländer vormittags zum Frühstück. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer trägt bei der Vorbereitung der Verpflegung bei - es stellt somit eine Gruppenaktivität dar, die psychisch kranke Migrantinnen und Migranten verschiedener kultureller Herkunft zusammenbringt. Der Inhalt des „Klientenfrühstückes“ reicht von einem gemeinsamen Essen bis hin zu gelegentlichem Musik hören und tanzen. Das Betreute Einzelwohnen des Psychologischen Dienstes für Ausländer verfügt derzeit über 100 Betreuungsplätze, wobei nicht alle Klientinnen und Klienten an allen Angeboten teilnehmen können. So bot sich nun die Gelegenheit für Bezirksrätin Frau Meyer mit einem Teil der Klientinnen und Klienten gemeinsam zu frühstücken, um Einblicke darüber zu gewinnen, welche Leistung Menschen mit psychischen Behinderungen tagtäglich leisten müssen, um ihren Alltag zu bewältigen.

Nach dem Frühstück hatten Frau Meyer und Frau Wystrychowski Gelegenheit sich über das gesamte Angebot des Psychologischen Dienstes für Ausländer auszutauschen. So besteht der Psychologische Dienst für Ausländer im Moment aus vier Bausteinen:

  • die Beratungsstelle (Sozialpsychiatrische Beratung, Erziehungsberatung und Ehe- und Lebensberatung in der Muttersprache)
  • das Betreute Einzelwohnen (BEW) für psychisch kranke Migrantinnen und Migranten
  • das Projekt „NUR - Neue UfeR“, psychotherapeutische Unterstützung für Flüchtlinge und fachliche Begleitung von ehrenamtlichen Helferkreisen
  • das Projekt „IntegrationsBrücke“, ein Angebot für die psychosoziale Unterstützung von EU-Migrantinnen und Migranten
Dieses umfangreiche Angebot ermöglicht es Menschen unterschiedlichster Herkunft auf eine mannigfaltige Art und Weise unterstützend und beratend, direkte Hilfen anbieten zu können. So reduzieren sich häufig auftretende Kommunikationsprobleme durch die vielfältigen Muttersprachen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Psychologischen Dienstes für Ausländer, welche nunmehr über 18 Sprachen zählen. Darunter sind folgende Sprachen aufzuführen: türkisch, italienisch, bulgarisch, arabisch, deutsch, englisch, finnisch, griechisch, mazedonisch, polnisch, portugiesisch,  rumänisch, russisch, schwedisch, serbisch, bosnisch, kroatisch und spanisch. Diese einmalige Vielfalt reduziert vielerlei weitere Probleme, welche durch kulturspezifische Diskrepanzen im Umgang mit psychischen Erkrankungen auftreten könnten.

Wir bedanken uns recht herzlich für den Besuch in unserer Abteilung und hoffen, dass Frau Meyer durch ihren Aufenthalt im Psychologischen Dienst für Ausländer Einsicht erhalten konnte, wie sich das "Soziale Bayern" von innen heraus gestaltet.